Wenn man sich die Weltrangliste in diesem Monat April 2026 ansieht, ist die Feststellung einfach: Ägypten belegt fast alle vorderen Plätze. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ist Squash zu einer ägyptischen Spezialität geworden, genau wie die Pyramiden.
Eine Geschichte, die mit einem Diplomaten beginnt
Alles begann in den 1930er Jahren. Ein ägyptischer Diplomat, Amr Bey, entdeckte Squash in England. Er wurde so gut, dass er sechsmal hintereinander die British Open gewann, das damals wichtigste Turnier. Er bewies den Ägyptern, dass dieser von den Briten erfundene Sport wie für sie gemacht war.
Der Anstoß durch die Pyramiden
In den 90er Jahren wurde Squash dank zweier Faktoren zu einem echten nationalen Star:
Ahmed Barada: Ein talentierter und charismatischer Spieler, der zum Idol für die Jugend wurde.
Die Pyramiden von Gizeh: Der damalige Präsident, ein großer Squash-Fan, ließ einen Glascourt am Fuße der Pyramiden errichten. Die Bilder gingen um die Welt und weckten die Leidenschaft bei Tausenden von Kindern.
Der „ägyptische Stil“: Angreifen, um zu gewinnen
Was die Ägypter von anderen unterscheidet, ist ihre Art zu spielen. Während der traditionelle Stil eher defensiv und langsam ist, ist der ägyptische Stil aggressiv und kreativ. Spieler wie Mostafa Asal oder Hania El Hammamy warten nicht auf den Fehler des Gegners: Sie greifen sofort mit unvorhersehbaren Schlägen an.
Ein Familiengeheimnis: Die Weitergabe
In Ägypten wird Squash in großen Clubs wie Wadi Degla oder Heliopolis gespielt. Weltmeister trainieren dort direkt neben Anfängern. Die Erfahrenen beraten die Jüngeren und schaffen so eine Kette von Talenten. Heute sind sogar ägyptische Teenager bereits zu professionellen Leistungen im Vergleich zum Rest der Welt fähig.
Fazit
Ägypten hat einen englischen Sport in Nationalstolz verwandelt. Durch die Mischung aus massiven Investitionen und einem kühnen Spielstil hat sich das Land unantastbar gemacht. Für die Olympischen Spiele 2028 wird Ägypten nichts Geringeres als den kompletten Medaillenspiegel anstreben, und man fragt sich, wer in der Lage sein wird, sie an der Spitze der Pyramide zu stören.
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